Wissen am Stand: Wer hat etwas auf der Pfanne?
Den Spruch kennt jeder. Woher er kommt, wissen die wenigsten. Rudi Muster aus der Vorderlader-Abteilung hat es beim Tag der offenen Tür erklärt.
Die Antwort liegt beim Steinschlossgewehr. Dort schlägt ein Feuerstein gegen ein Stück Stahl, die Batterie. Die Funken fallen in eine kleine Pulverpfanne und zünden die Ladung im Lauf. Kam ein Windstoß und blies das Pulver aus der Pfanne, ging kein Schuss los. Der Schütze hatte nichts mehr auf der Pfanne.
„Wenn ich heute noch was auf der Pfanne habe, bin ich bereit“, erklärt Rudi Muster.
Angefangen hat alles viel einfacher: ein glattes Rohr, hinten verschlossen, mit einem Zündloch. Der Schütze hielt eine glimmende Lunte von Hand daran. Später hielt eine Vorrichtung die Lunte am Gewehr, das Luntenschloss. Mit dem Steinschloss konnte man ein geladenes Gewehr dann endlich mitnehmen und jederzeit schießen.
Um 1820 kam das Zündhütchen. Nun genügte es, den Hahn zu spannen. Geübte Schützen schafften so drei gezielte Schüsse in der Minute. Den letzten großen Schritt brachte ein Langgeschoss mit hohlem Boden. Beim Schuss weitet es sich, sitzt fest in den Zügen des Laufs und trifft auch auf große Entfernung.
Rudi fettet seine Geschosse übrigens selbst, mit Bienenwachs und Hirschtalg. Wer mehr wissen möchte, findet ihn donnerstags am Vorderlader-Stand.
Foto: Hans Muster. In der digitalen Ausgabe gibt es Rudis Erklärung auch als Video.
